Totale Mondfinsternis und Blutmond zugleich

Heute am frühen Morgen des 28.September war es soweit. Nach nur 3h Stunden Schlaf (wenn man das überhaupt so nennen kann) steht Michael kurz nach 3Uhr früh auf und überprüft ob sich endlich die Wolken verzogen haben, denn sonst geschieht die totale Mondfinsternis ohne von uns überhaupt bemerkt zu werden. Aber wir haben Glück und die Wolkendecke reisst um kurz nach 3:30 bei uns im Süden von Wien überraschenderweise doch noch auf. Mit dieser frohen Botschaft weckt er Christine und Isabella auf. Jo hat uns zwar wieder netterweise zu sich ins Haus eingeladen gemeinsam wie zuletzt die Sonnenfinsternis zu betrachten, aber irgendwie war die Aussicht auf gute Sichtverhältnisse relativ schlecht und mitten in der Nacht durch die Stadt fahren ist auch nicht unseres 😉 . Michael plaziert gegen 3:45 sein Stativ im Wohnzimmer mit aufgeflanschter Canon 7D plus 100-400mm mit 1,4fach Konverter. Isabella und Christine nehmen den „Loggenplatz“ in der Küche ein. Der Mond, der heute ca. 14% grösser erscheint weil erheblich näher als sonst, ist bereits zum grossen Teil schon abgedunkelt.
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Der Mond wird immer mehr von der Erde abgedunkelt, bis schliesslich um 4:11 dieser vollkommen im Kernschatten bis 5:23 steht. Wobei der dunkele Mond durch Lichtbeugung des Sonnenlichts über die Erde mit rotanteiligen Licht leicht bestrahlt wird, was diesem Phänomen den Namen Blutmond eingebracht hat. Ab ca. 4:30 schaffen wir es vom Winkel der Hausmauer in der Wohnung nicht mehr Fotos zu machen. Christine und Isabella genehmigen sich noch eine Mütze Schlaf, wohingegen Michael gar nicht genug bekommt und gerade noch das theorethische Maximum der Finsternis gegen 4:47 am Gehsteig stehend aufnimmt.
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Das manuelle Fokusieren gestaltet sich etwas schwierig, vorallem weil das Licht der viel helleren Strassenbeleuchtung im „Wettbewerb“ zum kaum sichtbaren rötlichen Mond abgelichtet zu werden. Das Spektakel interessiert nicht einmal die Hundbesitzer die gerade unterwegs sind, und die Wolken meinen es auch nicht gut und die „Show“ ist zumindest bei uns vorzeitig beendet. Wir haben trotzdem Glück gehabt das Ereignis einer totalen Mondfinsternis mit Blutmond zugleich teilweise gesehen zu haben, denn das nächste Mal ergibt sich dies bei uns erst wieder 2033 😉

Über Estland wieder zurück nach Europa

Am Morgen des 6.September ist unser Auto noch von einer dicken Nebelsuppe eingehüllt. Wir tanken noch gut 120l Diesel, denn billiger als ca.0,7 Euro wird er sicherlich in den nächsten Ländern nicht. Wir kommen recht gut die letzten Kilometer bis zur Grenze nach Estland voran und sind erstaunt wie unkompliziert der Grenzübergang bei Narva sich gestaltet. Wir können es beinahe nicht fassen dass wir hierfür nur 1h Stunde inklusiver aller Fahrzeugkontrollen geschafft haben. Die letzte Einreise nach Russland hat sich mit fast 10h bei uns nachhaltig als unangenehm eingeprägt. Die Esten fahren sehr diszipliniert, fast schon zu vorschriftsmässig, und brauchen manchmal so unnötig lange für Überholvorglänge. Unser Weg führt uns zwar in Richtung Tallinn aber wir biegen zum Strand an die Ostsee zwecks Mittagspause ab. Herrlich schön ruhig ist das Wasser und die Oberfläche beinahe spiegelglatt da kein Wind geht. In der Sonne geniesen wir uns selbstgemachtes Lachsbrötchen und wollen uns gar nicht mehr losreissen vom Strand. Aber wir entschliessen uns nicht am nahen Campingplatz einzuchecken sondern fahren noch ein Stückchen weiter. Es ziehen ein wenig mehr Wolken auf und wir beschliessen dann ca. 30km vor Tallinn einen Campingplatz am Strand aufzusuchen. Zum Besuchtigen der Stadt ist es heute sowieso schon zu spät und irgendwie ist der Kreislauf durch das Niederdruckwetter auch im Keller bei uns. Wir kommen auf schmalen Strassen zum Campingplatz aber dieser hat bereits Saisonbedingt geschlossen, da dieser nur für Zelte ausgelegt ist. Wir fragen bei Bootsanlegesteg nach und ein mit dem Campingplatzbesitzer befreundeter Mann meint wir können für eine Nacht am Parkplatz ruhig stehenbleiben, was wir auch tun. Ein verosteter Aussichtsturm lädt zum klettern ein. Von oben hat man einen herrlichen Blick über die Bucht. Allerdings verweilen wir nicht allzu lange oben, da die Gewitterwolken schon bedrohlich nahe kommen und einen Blitzschlag wollen wir auch nicht riskieren 😉 Am Abend will Michael den Mondaufgang über dem Meer aufnehmen, aber es stellt sich heraus das es nicht dieser ist sonder die auf Wolken reflektierten Lichter vom nahen Helsinki 🙂 Es fängt dann wie erwartet zu regnen an und wir ziehen uns ins warme und trockene Fahrzeug zurück.

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Am Morgen des 7.September sind wir relativ schnell wieder auf der Schnellstrasse in Richtung Tallinn. Wir finden in Tallinn in einem Baumarkt, welchen es auch in Österreich gibt, endlich wieder ein paar Gaskartuschen. Mit 5Euro sind diese zwar nicht so günstig wie die in Russland mit ca.2Euro aber immerhin nur halb so teuer wie in Mitteleuropa. Und achja, die nehmen ja unsere Euro wieder. Nach fast 5 Monate bezahlen in anderen Währung schon fast wieder befremdend für uns. Wir checken dann im City Camping Tallinn ein, welches ca. 30min zu Fuss vom Altstadtkern liegt. Es fahren aber ständig öffentliche Busse dorthin, was uns sehr entgegen kommt. Wir beschliessen im Einkaufsviertel kurz vor der Altstadt noch einen Kaffee zu gönnen. Es beginnt zu Mittag wie vom Wetterbericht schon angezeigt stark zu regnen an. Dieses wärt aber nur kurz und wir können die Besichtigungstour der schönen Altstadt beginnen. Die alte Stadtmauer hat hie und da auch einige hohe Wehrtürme. Schöne Kirchen und alte Häuser prägen den Innenteil der Stadt. Wir kommen ohne weitere grössere Regengüsse gut durch alle der Stadt. Auch vom hohen Kirchturm hat man eine sehr schöne Aussicht. Die gut 260m müssen aber durch teils links- und teils rechtsdrehender Treppe erst einmal bezwungen werden – irgenwie macht sich unser „Minarettsyndrom“ (wie in Chiwa in Usbekistan) wieder bemerkbar – sicherlich durch die zusätzliche Kilos am Rücken. Wir kommen mit Inge und Hubert, einem älteren Eherpaar aus Augustin in Deutschland, ins Gespräch. Diese sind irgendwie genauso reiselustig wie wir nur halt ca. 25 Jahre älter, was sie aber bei weitem nicht hindert die Welt immer noch zu bereisen. Irgendwie sehen wir uns schon genauso später wenn wir in diesem Lebensabschnitt sein werden. Besonders cool fanden wir Inges Aktion zu ihrem 70.Geburtstag, wo sie einfach die Familie im Regen stehen gelassen haben und spontan eine Reise nach Kuala Lumpur unternommen haben – sehr für uns nachvollziehbar, auch wenn das wahrscheinlich wenige verstehen. Sie unternehmen morgen einen Tagesausflug mit der Fähre nach Helsinki. Wir beschliessen ihnen es gleich zu tun, denn für 44 Euro für 2 Personen kommt man sicherlich nicht mehr so schnell und kostengünstig dort hin. Zum kombinierten Mittag-Abendessen besuchen wir noch ein schönes Lokal, kommen aber darauf das die Tische draussen nicht dazu gehören als wir die handgeschriebene Speisekarte mit deutlich höheren Preisen entdecken. Wir verlassen das etwas schnöselige Ambiente und finden das zu den Burgern (keine 0815 Burgrkette) passende nicht minderwertigere aber deutlich preisgünstigere Lokal. Am Abend nehmen wir schon etwas müde vom vielen herumlaufen den Bus, der nach etwas suchen und herum fragen unterirdisch wegfährt. Am Campingplatz reden wir noch kurz mit Inge und Hubert und gehen früher schlafen, denn morgen müssen wir spätestens um 7Uhr am Fährhafen sein, da um 8Uhr das Schiff der Viking Line nach Helsinki ablegt.

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Waldspaziergang in den Dünen des Mongol Els

Die Nacht zum 4.August hat es zwar ein wenig geregnet, aber am Morgen hat es nur mehr Restbewölkung. Wir haben beschlossen den Tag hier bei dem Dünenfeld zu verbringen der teilweise bewaldet ist von einer Birkenähnlichen Art. Die Bäume sind meist immer in den Dünensenken zu finden und einige ausgetrocknete Reste auf den Dünen zerbröseln schon wenn man diese bloss angreift. Doch bevor wir erst einmal losrennen genehmigen wir uns ein ausgiebiges Frühstück, mit Frühstückseiern, Würstchen, Kaffee und Tee. Normalerweise bleibt es bei Tee und Butterkeks. Durch das später Weggehen sind ein paar hartneckige Wolken über die Dünen gezogen, was Belichtungstechnisch nicht so toll ist. Wir machen nur eine kleine Schleife und kommen am Retourweg bei einem Ger Camp vorbei, wo Touristen normalerweise übernachten. Wieder beim Auto bemerken wir das die Heckscheibe sich nicht mehr herunterlassen lässt. Michael fängt an das mittlere Konsole zu zerlegen und sucht akribisch Schalter, Bauteile und Kabel ab. Die Sicherungen werden alle kontrolliert und der Steckerkontakt bei der Scheibe selbst – Resultat: Es funktioniert nicht 🙁 Ist zwar mehr Komforttechnisch ein Problem, aber irgendwie liebgewonnen lüften zu können und keiner kann dabei ins Fahrzeug hineingreifen. Auch kontrolliert er lieber nochmals die Sicherungsschrauben der kürzlich getauschten Blattfeder – gut wars, den diese waren nicht besonders fest angezogen, oder haben sich inzwischen leicht gelockert. Eine Mongolische Touristen-Familie reitet unverständlicherweise genau dann mit drei Kamelen um unser Auto herum, als wenn wir auch zu den Atraktionen gehören. Zwischendurch fängt es zu regnen an, was die Sache auch nicht leichter macht. Doch der Himmel klart wieder auf und wir beschliessen eine weitere Runde in den Dünen zu gehen. Einfach immer wieder herrlich der Anblick dieser von Wind geprägten Sandgebilde. Kaum beim Auto wieder zurück fängt es an zu regnen. Zuerst leicht, dann immer stärker und dann noch zum hageln. Zum Glück bleibt es nur bei dem starken prasseln und das Unwetter zieht endlich ab, und die Sonne kommt wieder heraus und trocknet die teils nassgewordenen Sachen. Es wird sogar wieder warm genug um am Abend draussen zu sitzen und noch den Sonnenuntergang von den Dünen aus zu beobachten. Später im Auto liegend kommt eine Mongolenfamilie lautstark bei unserem Fahrzeug unnötig knapp vorbei, und irgendjemand versucht auch die Heckklappe zu öffnen. Leider stellen wir immer wieder fest das Mongolen keinen Respekt vor anderen Personen Privatsphäre bzw. anderer ihr Eigentum besitzen. Sie machen dies meist sicherlich nicht mit böser Absicht, aber sind kulturell seit Jahrhunderten so geprägt. Einen Änderung oder Annäherung an Westliche Massstäbe bzw. Sprung ins 21.Jahrhundert wird sicherlich nicht so schnell erfolgen, bzw. ist ihrerseits meist gar nicht erwünscht.
Morgen geht es dann zunächst in Richtung Ulaanbaatar und dann weiter zur kitschig schönen Dschingis Khan Statue.

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Auf der Suche nach den Kröten in Kharkorin

Am Morgen des 3.August ist es wieder ganz schön frisch, aber eine Horde von Pferden kommt nahe zu unserem Auto um im Weiteren im Fluss trinken und teilweise baden zu gehen. Wir haben noch gut 35km Offroad Piste nach Khujirt, welche wieder ein paar spitze Steinchen und Furten inklusive hat. Aber wir schaffen die Strecke zeitlich relativ gut und gehen in dem kleinen Ort noch kurz einkaufen. Die Strecke im weiteren Verlauf bis Kharkorin ist gut ausgebaut, aber wir machen nochmals beim Shank Kloster kurz halt. Heute sind ausser uns keine anderen Besucher was das Abblichten mancher Gebäude und Details vielleicht nicht schöner aber einfach anders erlaubt. Danach sind wir dank Asphalt die nächsten 25km weiter in Kharkorin. Wir biegen zum Erdene Zuu Kloster ab, was Teil des alten Stadt Karakorum war. Bereits am Parkplatz herrscht Jahrmarktstimmung. Eltliche Mini-Restaurants und Souvenirstände warten ungeduldig auf Kundschaft. Wir gehen natürlich zuerst auf das grosse Gelände der Klosteranlage, welches mit zahlreichen Stupas umgeben ist. Diese beherbergt Gebäude aus mehreren Epochen und auch eine Art Miniaturausgabe des Potala Palast aus Lhasa. Die unzähligen Bhudda Darstellungen lassen unschwer den Einfluss aus Hinduistischer und Tibetischer Lamaistischer Religion erkennen. Das Wetter verschlechtert sich leider ein wenig aber wir können uns vor Einsetzen des Regen in eine Coffee Shop Jurte retten 😉 Dann klappern wir die Souvenirläden ein wenig ab bevor wir die letzte von 4 noch übriggebliebene Steinschildkröte im Westen ausserhalb der Anlage besichtigen. Hier entkommen wir nur knapp dem nächsten Platten, da unmotiviert verrosteter Stacheldraht in der Wiese liegt, wo alle Autos parken – die nächste Ovoo-Runden sind somit schon programmiert 🙂 Im Ort suchen wir dann verzweifelt einen Bankomaten der eine internationale Anbindung hat und nicht leer ist. Wir brauchen wieder ein paar Kröten bisschen Geld um Essen zu gehen, da wir auch eine Internetverbindung benötigen. Wir schaffen es dann doch einen passenden zu finden und auch ein Restaurant mit WLAN. Wir können wieder mit Isabella ein wenig plaudern was uns alle sehr freut. Leider ist die Uploadgeschwindigkeit Grotten, Nein Kröten äusserst langsam und die Übertragung ging ständig schief, wodurch die Blog-Leser sich leider ein wenig in Geduld üben müssen – wahrscheinlich bis wir in Bälde in Ulaanbaatar sind. Wir fahren dann aus Kharkorin in nördlicher Richtung über eine Brücke über den Fluss. Dabei ist irgendeine der Verbindungsschienen lose auf der Fahrbahn worüber wir natürlich darüber fahren. Sichtbarer Schäden sind keine am Reifen, aber wie wir wissen sind diese wie Elefanten – sie vergessen nicht 😉 Nach der Brücke nehmen wir eine sehr steile Abfahrt die uns zum Flussufer bringt. Direkt stehen können wir dort nicht wie geplant sonst würden wir jemanden eventuell blockieren, also fahren wir weiter bis wir auf eine grössere Wiese kommen. Kaum diese erreicht, überfallen uns Monstermosquitos und wir treten den Rückzug an. Bei dem Steilstück versucht ein PKW diesen hinaufzufahren – allerdings ohne Erfolg und lässt sich nach 2/3 wieder hinunter rollen und versucht eine alternative Route in der Nähe. Wir fahren dank Untersetzung sehr unspektaklär hinauf und wissen, dass die alternative Route keine Alternative ist, aber für Erklärungen wäre es eh schon zu spät, bzw. nicht möglich gewesen. Also fahren wir weiter in Richtung Mongol Els, einer schöne Dünenlandschaft. Kurz vor dem Abschnitt wird Strassenmaut von 500 Torog kassiert, für was eigentlich wissen wir nicht, denn die Strasse ist teilweise zwar apshaltiert, dafür aber meist mit unzähligen Schlaglöchern überseht, und teilweise ist nur Piste vorhanden. Wir fahren trotz einsetzender Dämmerung trotzdem weiter und wollen zu den Dünen, um dort zu übernachten. Kurz zuvor sehen wir noch den Binder Ovoo am Berg un machen einen Abstecher. Oben angekommen haben wir einen schönen Ausblick auf die Dünenlandschaft und einen mystischen wirkenden Ovoo auf der anderen Strassenseite wo wir hinauf gefahren sind. Wir fahren hinunter und umrunden diesen 3 mal, als Dank für die gut verlaufene Fahrt. Der Himmel ist sehr duster und teils rot verfärbt und ein verfaulender Pferdekopf mit zerbrochenen Vodkaflaschen macht die Schamanen-Stimmung komplett. Die Dünen erreichen wir nur ein paar Minuten später und finden einen guten Lagerplatz am Fusse der Dünen.

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Nach dem Ölwechsel in Almaty geht es zum Kapschagaj Stausee

Am Morgen des 10.Juli hat es diesmal Michael mit Monte Zumas Rache erwischt. Trotz dieser Magenprobleme haben wir das Ziel möglichst am Vormittag noch einen Ölwechsel bei unserem Reisegefährt durchführen zu lassen. Doch kaum an der Stadtgrenze von Almaty fängt das Stauen an. Sah man vorher bei diversen Tempolimits noch zahlreiche Polizisten sind diese anscheinend weggebeamt worden  – es herrscht Anarchie – keiner hält sich mehr an Fahrspuren oder sonstige Regeln. Michael hat eine Firma recheriert die anscheinend auf japanische Autos spezialisiert ist. Leider haben wir die genaue Adresse nicht mehr und wollen diese in einem Cafe mit WLAN dann gleich recherchieren. Doch durch Zufall fahren wir genau vorbei. Durch kurze Rückfrage beommen wir leider von dem Nissanhändler nur die Infos wo sonst noch geschraubt wird, und das wird reichlich in der Gegend. Gleich um die Ecke sind mindestens 20 kleine Werkstätten, aber nicht jeder will den Ölwechsel durchführen. Wir werden nach hin und herfragen bei der Bude 777 fündig.

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Die Verständigung ist etwas schwierig, aber dank Übersetzungstools auf den Handies bekommen wir bzw. unser Mitsubishi einen Ölwechsel, Ölfilter und Luftfilter für 21.500 Tenge (ca.100 Eur). Nach gut 15.500km und den Altherrendiesel mit Lungenkazinomrisiko im Iran hat unser Fahrzeug dies auch wohl verdient. Wieder aus der kleinen Werkstatt entlassen schnurrt er wieder wie ein Puma – deswegen auch der Spitzname „Brummi“. Wir wollen weiterfahren zum Stausee, stecken aber wieder im Verkehr fest. Dadurch hat viel Zeit die Gegend und speziell auch die vielen anderen Werkstätten sowie spezial Offroad-Werkstätten zu mustern. Michael findet einen neben uns fahrenden kleinen japanischen rechtsgelenkten Minibus mit starkem V8 Motor cool, der hochgestellt ist und an dem sonst auch noch sämtliche Offroadumbauten gemacht wurden. Wir sehen eine Tankstelle mit Cafe und Wifi und bleiben dort kurz stehen um Diesel und Kaffee zu tanken, und uns per WLAN kurz bei Isi zu melden. Wir plaudern mit Besitzer der Tankstelle, welcher sehr gut Englisch spricht, und er ist so beschämt über das allgemein bekannte Verhalten der hiesigen Ordnungshüter, dass er uns spontan 2 Getränke und 2 Packungen Croisants spendiert – echt ein netter Zug. Wir schaffen es nach dieser kurzen Pause mit Mops-Geschwindigkeit und an die 20 Spielcasinos zum Kapschagaj Stausee und finden auf Anhieb gleich einen Zugang zum See, der zu unser Überraschung einen wunderschönen Sandstrand hat. Die Parkgebühr für 2000 Tenge für 24h geht dabei vollkommen in Ordnung. Wir fahren wie andere zuerst an den Strand hinunter, den anscheinend fährt man mit dem Auto bis zum Seeufer. Da es bereits 16Uhr ist und es bereits ca.38C hat ist der Sand sehr weich. Trotz Sperren und sonstigen Schnick-Schnack beginnen sich die Räder im tieferen Sand langsam einzugraben. Luft aus den Reifen lassen wollen wir nicht und so fahren wir ein Stück zurück auf eine kleine Anhöhe und haben somit auch gleich einen schönen Blick auf den See. Der See ist etwas frisch aber bringt endlich Abkühlung. Am Abend verlassen die letzten Autos den Strand bis 21Uhr, denn dann wird der Zufahrtsschranken bis am nächsten Morgen nicht mehr geöffnet. Herrliche Ruhe kehrt ein, bis auf ein in der näheren Umgebung unserer Empfindung nach kommunistisch kreischende Kinder lautstark irgenwelche Parolen schreien – vielleicht auch ein kasachischer Ableger von X-Jam in Extra Light Version 😉

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Heute ist Samstag der 11.Juli, und wir beschliessen auch ein Wochenende zu haben, und mit Wenigtun – Nichtstun geht bei uns eher nicht, echt nicht – zu verbringen. Der Zustrom an Leuten mit ihren Fahrzeugen ist heute deutlich mehr und der Unterschied der Fahrweise der Allradgetriebenen Fahrzeuge deutlich sichtbar im Sand, wenngleich es einige übertreiben und sich festfahren. Wir erledigen Dinge wie Wäschewaschen, Kleinigkeiten reparieren und Mosquitonetz anfertigen. Von unserem Adlerhorst hat man nicht nur einen schönen Ausblick auf die Kirgisischen noch schneebedeckten Berge sondern ist auch nicht der Beschallung der am Strand parkenden Autoradios und Grillrauch ausgesetzt. Unsere selbst angefertigte Markisse hat sich heute bestens bewährt und der Wind hält sich in Grenzen. Gegen Abend ist das Schauspiel der Abschlepphilfen und Bergeaktionen aus dem Sand von oben schön zu beobachten ohne der Gefahr wie am Strand liegenden Personen ausgesetzt zu sein überfahren zu werden. Kurz nach dem Sonnenuntergang färbt sich der See in zarten lila- und orangfarbenen Tönen. Wir beschliessen noch einen weiteren Tag hier zu bleiben, denn schliesslich ist ja Morgen Sonntag, also Ruhetag 😉

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Heute Sonntag den 12.Juli wird diesem Namen durchaus gerechet und ein weiterer Badetag steht ins Haus. Es hat wahrscheinlich um die 40C und wir suchen nur Schatten oder das kühlende Nass auf. Auch unsere beiden Aussenmitarbeiter Frau Maus und Herr Bär geniesen sichtbar die Abwechslung. Wir befinden uns nur ca.200km von der chinesischen Grenze entfernt, und wir meinen dies auch schon teilweise an dem Aussehen der Leute zu erkennen. Auch befinden  sich teilweise an Autos und Geschäften zusätzlich chinesische Beschriftungen. Heute ist der Strand nahezu vollgeparkt. Immer wieder Buddeln sich die Fahrzeuge im Sand stetig ein, obwohl dies offensichtlich ist, dass man mit den flachen 2WD Fahrzeugen nicht wirklich Offroad fahren kann – manche Fahrer mit top ausgerüsteten 4WD schaffen dies aus mangelnder Intelligenz Fahrkönnen auch. Das wäre wahrscheinlich der perfekte Urlaubsort für Evi und Christian. Den ganzen Tag könnte Evi baden gehen und Christian, als Pfadfinder durch und durch, die Fahrzeuge bergen 😉 Wir sind froh hier nichts beweisen zu müssen wie Offroadfähig unser Fahrzeug ist und haben somit auch am Abend unsere Ruhe wenn alle wieder wegfahren oder es zumindest versuchen (siehe Nachtaufnahme von zwei 4WD Toyotas bei Seilwindenaktion).

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Morgen früh geht es zur Singenden Düne, die wir leider nur über einen kleinen Umweg erreichen können, da der Nationalpark anscheinend nur von einer Seite erreichbar ist (zumindest offiziell).

Silberne Hochtzeit – 25 goldene Momente

Vor genau 25 Jahren gaben sich Michael und Christine in noch jungen Jahren aber trotz Verliebtheit in vollem Bewußtsein gegenseitig das „JA“ in der Kirche in Perchtoldsdorf.

Berreichert sind die beiden seit nun mehr als 18 Jahren um ihren Sonnenschein Isabella, der ihr Glück perfektionierte. Die Art wie sie den Tag für Michael und Christine auch heute bereichert hat ist nicht so einfach in Worte zu fassen.

Das Glück das alle diesen Ehrentag, heute den 24.3.2015, gemeinsam verbringen konnten ist nicht selbstverständlich, und genau genommen auch im Zusammenhang mit Michael’s und Christine’s selbstgewählter „Selbstständigkeit“ für die baldige Reise (bzw. längere Hochzeitsreise) bedingt – umso mehr werden wir bestätigt das richtige zu tun – und das nun 25 Jahre lang 🙂

Anbei stellvertretend für jedes Jahr ein goldender Moment dieses herrlich sonnigen Tages, fast so schön wie der 21°C warme Tag am 24.3.1990.

Sonnenfinsternis Betrachtung gemeinsam mit Jo

Am 20.3.2015 war im Raum Wien eine partielle Sonnenfinsternis mit bis zu 63% Verdunkelung angekündigt. Was liegt da nicht näher dieses Spektakel gemeinsam mit Gleichgesinnten zu betrachten. Einen Tag Pause von den Reisevorbereitungen tut Christine und Michael schließlich auch mal gut.
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Jo und Michael sind ehemalige Arbeitskollegen, wobei Jo den astromischen Background für Himmelsbeobachtungen mitbringt, sowie und ein gutes Teleskop mit 2000mm Brennweite mit automatischer Nachführung. An dieser hat er seine Canon 70D draufgeschraubt welche den gesamten Ablauf der Sonnenfinsternis mitfilmt.
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Auch Michael hat sich noch extra zuvor einen ND5 Filter mit Baader Sonnenschutzfolie besorgt. Der 102mm Filter passt genau auf die Sonneblende seines Canon 100-400mm Objektiv. Zusammen mit einem 1,4fach Konverter und dem Crop-Faktor seiner Canon 7D ergibt sich eine stattliche Brennweite von knapp 900mm.

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Das Wetter ist optimal – keine einzige Wolke am Himmel. Wir sind eher zu früh in Jo’s Garten was uns aber Gelegenheit gibt die Kamera optimal auszurichten und die besten Einstellungen im manuellen Modus zu finden, und nebenbei noch einen defekten Spannungskonverter von Jo gerade noch rechtzeitig zu tauschen. Die alten Sonnenfinsternisbrillen aus 1999 sowie ein paar neueren Datums werden griffbereit abgelegt.

Um 9:36 geht es dann endlich los und der Mond schiebt sich von rechts sichtlich vor die Sonne. Es wird merklich nach und nach etwas dunkler und auch kühler. Das Maximum wird um ca. 10:45 erreicht (siehe Bild), und um 11:57 war der Spuck dann wieder vorbei.
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Jo und einer seiner Töchter hatten den Ablauf mittels Spiegel und Papier, projeziert und dokumentiert – eine nette Idee. Die jeweiligen Speicherkarten wurden mit unzähligen Fotos und langen Video befüllt, sowie die Erlebnisse von vergangen SoFis ausgetauscht. Apple dürfte schon gewußt haben das die SoFi kommt und hat vorab schon das Apfellogo adaptiert 😉

Einen genialen Zusammenschnitt diesen astronomischen Highlights hat Jo auf Youtube hinterlegt!

PROJEKT: SEIDENSTRASSE 2015

Unterwegs auf alten Handelsrouten auf den Spuren Marco Polos

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Schon Marco Polo und seine Familie waren auf der alten Seidenstraße unterwegs und besuchten zwecks Handelsbeziehungen den Khan in der Mongolei.

Anfang April 2015 ist es endlich soweit. Nach fast einem Jahr Vorbereitungszeit werden Christine und Michael aufbrechen zu ihrem bisher längsten Abenteuer. Für ungefähr 6 Monate planen wir entlang der alten Handelsrouten, wie Salzstraße, Seidenstraße, Teestraße und Bernsteinstraße fremde Länder und alte Kulturen kennen zulernen.

Unsere Reiseroute wird grob gesagt von Wien in Österreich aus, nach Italien, Griechenland, Türkei, Georgien, Armenien, Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Kasachstan, über Russland in die Mongolei, Russland, Estland, Litauen, Lettland, Polen, Tschechien, um dann ca. Mitte September wieder in Wien anzukommen.
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Um so ein Vorhaben zu realisieren ist leider damit verbunden, dass wir unsere Jobs kündigen mussten. Sicherlich kein leichter Schritt und von den meisten sicherlich mit Unverständnis quittiert. Da unsere Tochter Isabella mittlerweile erwachsen ist und auch gut alleine im Leben zurecht kommt, gibt uns die nötige Sicherheit dieses Vorhaben auch wirklich durch zuziehen. Auf der anderen Seite wird die politische Lage weltweit unbestimmter und ein Reisen wie z.B. in Afrika meist nur mehr punktuell möglich. Viele nehmen sich solche Vorhaben vor dann später in der Pension zu tun, was die wenigsten aufgrund von eventuellen gesundheitlichen Problemen dann nicht mehr machen.

Da wir mit unserem Pickup reisen und diesen auch als Schlafgelegenheit nutzen sind zahlreiche Modifikationen trotz bereits bestehenden Ausbau notwendig. Ein neues Hardtop anstatt Dachzelt gibt uns jetzt notwendigen Stauraum. Netter Nebeneffekt ist dass wir jetzt auch bei Schlechtwetter uns in diese kleine Kapsel zurückziehen können. Geschlafen wird jetzt vorne dann umklappbarer Sitze, anstatt wie früher im Dachzelt hinten.

Unzählige bürokratische Hürden sind aber vor Abfahrt zu nehmen, wie z.B. Visaanträge (jedes Land hat seine Eigenheiten!), Versicherungen für Personen und Fahrzeug, Internationale Führerscheine und Zulassungspapier, Zollpapiere für das Fahrzeug (Carnet de Passage) und damit verbundenen Banksicherheiten (unterschiedlich nach Länder), notwendige Impfungen.

Die Routenplanung machen wir vorab schon ziemlich genau mittels Google Earth und Maps, sowie einige Android basierten GPS-Navigations-Apps, um so ein besseres Verständnis für Länge und Fahrtdauer zu bekommen. Ob es dann im Detail wirklich so ist lassen wir mal dahingestellt. Fakt ist aber dass wir für einige Visas ziemlich genaue Ein- bzw. Ausreisetage vorgegeben haben.

Je nach Möglichkeit berichten wir live während unser Reise – soweit der Plan !