Partielle Mondfinsternis – voll schön

Heute am 7.8.2017 wurde für 20:13 – 21:18 eine partielle Mondfinsternis sichtbar in Wien abgekündigt. Unser Bekannter Jo, welcher uns schon auf die partielle Sonnenfinsternis im März 2015 hingewiesen hat, gab Michael auch diesmal den Tipp sich rechtzeitig vorzubereiten. Gut so, denn erstens ereignet sich der Vorgang der Finsternis in einem relativ kurzem Zeitfenster. Und zweitens hat Michael gedacht es wäre einen Tag später.

Michael erkundet den Horizont von 19:45 bis zum Maximum der Verdunkelung um 20:22 – rein gar nichts. Erst um ca. 20:30 kommt der Mond endlich zwischen zwei Gebäuden zum Vorschein. Dank zunehmender Verbauung wird es immer schwieriger, aber zumindest ist die Bewölkung nur relativ schwach und die Sichtweite für städtische Bedingungen relativ gut. Nach 21:18 erscheint der Vollmond dann wieder völlig normal.

Ausblick:

Ende August 2017 wird es wieder eine totale Sonnenfinsternis geben wie 1999 – allerdings nicht hier sondern nur in Nordamerka sichtbar und somit für uns leider nicht beobachtbar.

Mondaufgang Mondfinsternis
Mondaufgang Mondfinsternis
Blaue Stunde Mondfinsternis
Blaue Stunde Mondfinsternis
Nachthimmel Mondfinsternis
Nachthimmel Mondfinsternis

Unsere 4 Lebensphasen

hinduismus

Anmerkung:
Nur eines zu Beginn dieses Blogbeitrages klarzustellen. Weder sind wir religiös einem Glauben tief verwurzelt, noch haben wir Bewusstseinserweiternde Mittel zu uns genommen. Es gibt für viele durch Umwelt geprägt (Eltern, Verwandte, Freunde, Lehrer, Vorgesetzten, etc.) nur ihre Wahrheit. Wir sind mittlerweile in einem Stadium von solchen Faktoren nicht beeinflusst zu werden, was dem einen oder anderen auch nicht passt, und auch einen verzichtbaren Kontakt zu bzw. Nicht-Einbeziehung zu bestimmten Informationen oder Nicht-Einladung z.B. Events, Treffen, Feiern, etc. von manchen Verwandten und Freunden Bekannten für uns bedeutet.

Seit ihrer Kindheit werden wir, Christine und Michael, geprägt, dass es in unserem mitteleuropäischen Wertesystem nur 3 Lebensphasen bzw. Abschnitte gibt.

Unser bisheriges 3 Phasenmodell (bzw. die Erde ist eine Scheibe – 2D Sichtweise):

Ausbildung, Berufstätigkeit, Pension

Lebensphasen alt

Ausbildung:

Mit der Geburt beginnt auch das Lernen und die Ausbildung bis ins Erwachsenen Alter. Wie sinnvoll unser normiertes Schulsystem ist und alle zu Stereotypen heranziehen will lassen wir mal dahingestellt. Zumindes muss man sich unseren Breiten als Kind meist keinen Kopf machen und muss z.B. die Familie bereits finanziell durch Arbeit unterstützen.

Berufstätigkeit:

Mit dem Erwachsenalter zieht sich auch der programmierter Werdegang immer erfolgreicher, immer reicher in monetären Werten, sowie an Mobilien und Immobilien zu sein z.B. Mein Benz, meine Villa am See, meine Barbie bzw. Ken-Typ, meine 20 Kinder, etc. In dieser Zeit werden eventuell auch Nachkommen heranwachsen, welchen man die erworbenen Güter irgendwann einmal überlässt (ist bei uns leider weniger der Fall).

Pension:

Plötzlich zum Stichtag zum scheinbar unnötig alten Eisen abgestempelt. Viele überwinden den Pensionsschock nur kaum, bzw. fühlen sich nicht mehr stark genug um endlich Lebensziele wie z.B. Fernreisen zu verwirklichen. Der unausweichliche Abschluss mit Tod beendet Spekulationen was hätte man noch alles tun können.

Leider ist dieses 3 Phasenmodell veraltet bzw. vollkommen falsch, denn der Hinduismus lehrt das es in Wirklichkeit 4 Lebensabschnitte gibt, welche man auch ohne religiöse Eingebung verwirklichen kann, vorausgesetzt man will dieses in unserer von Kommerz geprägten Welt.

Im Hinduismus gibt es folgende Abschnitte (bzw. die Erde ist eine Kugel – 3D Sichtweise):

Brahmacharya – Studium, Schülerschaft
Grihastya – Berufsleben, Familiengründung, Elternschaft
Vanaprastya – Waldeinsiedlerschaft mit Unterhalt des Hausfeuers
Samnyasa – Entsagung ohne Hausfeuer, Wanderschaft

Lebensphasen Hinduismus

Der Hinduismus wird als „Religion des ewigen Weltgesetzes (Dharma)“ bezeichnet. Dieses Dharma ist die wirkende Kraft. Es bewirkt die Ordnung in der Natur, den Lauf der Sonne, das Leuchten der Sterne, den Strom der Flüsse und des Regens, das Wachstum der Pflanzen. Das Dharma bestimmt auch den Lebenslauf des Menschen, der über vier grosse Stationen führt:

  • Lernen und Studieren in der Kindheit und Jugend,
  • Ausübung eines Berufes; Gründung einer Familie, Erlangung von Wohlstand,
  • Einsamkeit und Askese-
  • und viertens Abwendung von der Welt und Erlangung höchster Weisheit und Erlösung durch Meditation.

Die Erlösung durch wahre Erleuchtung wird nicht von uns angestrebt, obwohl wir selbst immer weltoffener werden. Wir stellen uns unser eigenes 4 Lebensabschnittmodell zusammen.

Unsere neuen 4 Lebensphasen (bzw. die Erde will erforscht werden – 4D Sichtweise):

Ausbildung, Berufstätigkeit, Freitätigkeit, Ruhetätigkeit

Lebensphasen neu

Uns war bereits vor unserer Reise 2015 entlang der Seidenstrasse bewusst, dass wir nicht nach dem bisherigen 3 Phasenmodell leben können bzw. auch wollen. Nach unserer relativ kurzen 6 monatigen letzten Auszeit, und dahin fristen derzeit in eher schlecht bezahlten Jobs, ist bald die Zeit gekommen in die 3 Phase unseres neuen 4 Phasenmodell zu wechseln.

Ausbildung:

Diese haben wir mittlerweile lang hinter uns (auch Michael mit seinen fast 10 Jahren zusätzlichen Ausbildung in diversen Abendschulen). Diverse Zeugnisse bekunden dass wir Ausbildung für mittlere Reife bzw. Reife, und Hochschulen erfolgreich abgeschlossen haben. In Österreich besonders wichtig sind hierbei verliehene Titel – ja, (reichlich) vorhanden – aber nur wichtig für das Wertesystem in dem wir aktuell leben.

Berufstätigkeit:

Wir arbeiten jetzt schon an die 30 Jahre. Verschiedene Tätigkeit bringen Abwechslung aber sind nicht Motivation genug dies noch ca. 15-20 Jahre in diesem Umfeld so weiter zu machen. Zu wenig Lebensqualität und Freizeit bei gleichzeitig nicht finanzierbaren Fernreisen – so läuft das nicht mehr weiter bei uns. Unser Sonnenschein Isabella hat uns als Paar komplettiert und steht mittlerweile auf eigenen Füssen, was es uns erleichtert Phase 2 prinzipiell abschließen zu können.

Freitätigkeit:

Tun und lassen was wir wollen. Wir suchen die Zweisamkeit. Die Entwurzelung aus vorhandenen Umfeld vollenden, wobei der Verlust von nicht mehr vorhandenen Kontakt zu manchen Verwandten bzw. Freunden Bekannten unserseits schmerzfrei ist. Kein fixer Job und Urlaubsantrag mehr, denn Urlaub wird es dann nicht mehr im klassischen Sinn mehr geben. Mit freiberuflichen Mitteln sich unseren Traum der immerwährenden Reise finanzieren. Solange als möglich bzw. solange wir es wollen. Wir haben durch bewussten Verzicht gelernt uns auf das wesentliche im Leben zu konzentriert und sind dadurch glücklicher geworden. Viele werden dies sicherlich mit Langzeiturlaub verwechseln – ist leider falsch, und zeugt nur von Unverständnis was ein Langzeitreisender tut.

Ruhetätigkeit:

Eigentlich steht dieses im Widerspruch zu sich selbst. Eine weitere Reduktion von Ansprüchen ist wahrscheinlich sowie herabgesetzter Reisetätigkeit ist die Folge, außer wir bekommen doch noch irgendwann einmal von der österreichischen Staatskasse einen Cent als Pension zurück. Wir können uns noch nicht genau vorstellen was in der Zukunft genau passieren wird. Liegen wir als einsame Penner irgendwo am Strand oder können Haus und Garten unser eigen nennen (nein nicht ein Reihenhaus in der Stadt mit 2m2 Garten – eher Blockhütte in der einsamer Gegend möglichst ohne Einzäunung), da ständiges Reisen eventuell zu anstrengend bzw. auch nicht mehr von uns angestrebt wird.

Analyse:

Michael hat im Rahmen eines Seminars bereits vor mehr als 8 Jahren quasi eine wissenschaftliche Erklärung was wir im Bereich der sogenannten Lebensmitte im weiteren Lebensabschnitten in einer Sozialen Phase für Entwicklungsmöglichkeiten haben. Unser selbst gewählter Trend ist relativ eindeutig (roter Pfeil).

Lebensphasen MK Trend

Fazit:

Wir streben nicht nach völliger Askese wie im Hinduismus, aber auch nicht nach Taschen voller Gold die wir ins Grab mitnehmen wollen. Wir lieben die Natur und lieben es auch dort zu leben. Die geldgierigen und/oder trübsinnigen Leute lassen wir bald endgültig hinter uns. Wir wollen mehr Gleichgesinnte und wieder „echte“ Freunde fürs Leben kennen lernen, wie zuletzt auf unserer Reise 2015 entlang der Seidenstrasse. Sogenannte Freunde bzw. eher Bekannte auf Facebook und Co, in Clubs oder Vereinen, etc. sind doch meist nur sehr oberflächlich ohne wirkliche Substanz. Stetig steigende Bevölkerung bedingt durch unzählige neue „Ankömmlinge mit Migrationshintergrund“ aus unterschiedlichsten Ländern die sich nicht integrieren wollen, sowie „Landeier“ „typisch ländliche Bevölkerung“ mit keiner Affinität betreffend sinkender Lebensqualität in Großstädten wie Wien, wo wir aktuell aus finanzieller Sicht leben müssen, wären alleine Grund genug und entsprechende Motivation zu neuen Horizonten aufzubrechen – uns ist leider die Identität betreffend unserer Nationalität verloren gegangen. Wir wollen unbedingt weiterhin noch unendlich schöne Plätze auf diesem Erdball erkunden. Rein rechnerisch geht sich das sonst mit statistisch zu erwartendem Lenzen und finanziellen Mitteln sowie zu genehmigenden Urlaub sowieso nicht aus, durch Reisebüros organisiert an bestimmte Orte zu kommen.

Jeder vierte Mensch hat das sogenannte Abenteuer-Gen DRD4-7R, welches bei uns anscheinend besonders ausgeprägt ist. Unsere Tochter Isabella ist somit unvermeidbar infiziert. Unser nächstes Projekt „P………… 20XX“ ist keine Alltagsflucht sondern Teil unserer Selbstverwirklichung. Reisen mittlerweile unser beider Lebensphilosophie, das uns als gleichgesinnte Partner verbindet. Und wer kann heutzutage nach mehr als 30 Jahren Partnerschaft noch sagen, dass sie glücklich wie am ersten Tag (falls überhaupt noch) zusammen sind?

Urlaub auf Sardinien im Land der Nuraghen

Es ist Sommerzeit, Zeit der Freude ….36 Grad, es geht noch heißer!

So oder so ähnlich hätte der Titel auch lauten können. Wir machen ganz klassisch Sommerurlaub, wie gefühlt zig Hunderttausende andere auch auf der Insel Sardinien. Wie lange wir noch solch „normalen“ Urlaube machen wissen wir ungefähr schon, aber das ist eine andere Geschichte. Doch zuerst wird Isabella von Christine und Michael an einem Abend Anfang Juli am Flughafen Fiumicino bei Rom nach ca. 1200km Autofahrt abgeholt. Nach anfänglich falschen Warten am Terminal 1 finden wir am Terminal 3 endlich alle zusammen und es geht ins nahe Rom. Zum Glück hat es überhaupt noch mit Isabellas Flug geklappt, da dieser kurzfristig storniert wurde und sie nur durch geschickte Taktik noch zeitgerecht umbuchen konnte.

Am nächsten Morgen steht ein Besichtungsmarathon am Programm – ROM an einem Tag! Um 10 Uhr geht es los und ein Shuttlebus bringt uns in die Nähe des Vatikans. Bei der neu errichteten Sicherheitskontrolle stellt man fest dass Christine ein Taschenmesser bei sich trägt. Michael schafft es gerade noch, dass dieses nicht sein Ende in der Mülltonne findet und später abgeholt werden kann. Einerseits beruhigend das sie Messer und eventuell andere Waffen finden, andererseits wurde ein sehr kleines Schweizer Taschenmesser bei Michael nicht entdeckt. Überhaupt scheint die Polizei und Militär überall an neuralgischen Punkten mit Radpanzern, Polizeiautos präsent zu sein. Nach dem Sicherheitscheck werden nur mehr meist Frauen wegen zu lockerer Bekleidung im Minirock oder mit Trägerleibchen beanstandet. Der Vatikan erscheint uns imposant aber nicht übermäßig groß und so werden noch Plätze wie Engelsburg, Piazza Navona, Piazza del Popolo, Forum Romanum, Kolosseum, Trevi Brunnen, Spanische Treppe, etc. besichtet. Auch die verlockenden „Saldi“ Schilder finden bei den weiblichen Teil der Kurzzeitnomaden anklang. Ein Taxi bringt uns nach 11 Stunde fast ohne Brechung laufen wieder zurück am Campingplatz in der Via Aurelia.

Am nächsten Tag geht es weiter nach Civitavecchia wo wir um 15:00 Uhr die Fähre nach Olbia nehmen. Die Abfahrt verzögert sich ein wenig, und auch die Fahrt selbst dauert gut 5,5 Stunden. Wir schaffen es dann doch noch kurz nach 22Uhr am überfüllten Campingplatz bei Palau hineinzufahren bevor dieser für heute schließt.

Die nächsten 2 1/2 Wochen geht es dann einmal um die Insel – zuerst von Palau nach Torre del Porticciolo, weiter zur Spiagga del Piscinas, dann zum Torre del Chia und schließlich dann nach Santa Maria Navarrese. Faszinierende Granitfelsen, traumhafte Strände, kristallklares Wasser, nette Städtchen, alte Wehrtürme aus Stein (sogenannte Nuraghen) und Tropfsteinhöhlen werden dabei von uns besichtigt. Die Insel ist zwar noch nicht so hoffnungslos überfüllt wie jedes Jahr zu August, aber auch jetzt sind schon sehr viele Italiener, Schweizer, Deutsche, Tschechen und Österreicher da. Die Hitze fordert allerdings auch Tribut und so sehen wir immer wieder kleinere Waldbrände. Nach der Fährüberfahrt zurück von Olbia nach Civitavecchia besuchen wir am nächsten und letzten gemeinsamen Tag noch die gut erhaltene römische Ausgrabung Ostia Antica bevor es für Isabella zurück nach Hamburg per Flieger geht und Michael und Christine über einen Stopp in Florenz und Tarviso auch zurück nach Wien fahren.

Fazit: 3 Wochen lang perfektes Badewetter bei 33°C-38°C mit ausreichend Möglichkeit für Sightseeing und Shopping für die ganze Familie

Von Burgen, Schlössern und Geburtstagsfest unserer Prinzessin

Es ist Freitag der 9.Juni 2017, 20 Uhr. Unsere Location ist Flughafen Wien. Pünktlich wird unser persönlicher Gaststar Isabella aus Hamburg eingeflogen. Immer wieder jubelt die Menge schon im Wartebereich, allerdings ist dies mehr bedingt das unzählige Leute wegen des Life-Balls am Wochenende anreisen. Umso schöner ist es als wir endlich wieder unsere Lebenszeit als Familie teilen können. Besonders schön ist vorallem wenn man das persönliche jährliche Abschnittsende bzw. -anfang – sprich Geburtstag – gemeinsam feiern kann. Vor zwei Jahren gelang dies leider nicht, da Michael und Christine zu diesem Zeitpunkt im Iran nahe der Wüste Lut waren, und letztes Jahr nicht weil Isabella ihre Ausbildungswochen als Fotografin in Kiel war. Neben einer Einladung zu Andrea und Martin ins Waldviertel, wurden dort auch das Schloß Vranov und Burg Hardegg, sowie die alte Ruine Dürnstein in der schönen Wachau besucht, das schöne Badewetter entsprechend auch am Schwimmteich bei Laxenburg ausgenutzt, den einzigartigen Tierpark Schönbrunn in Wien sowie Schloß Eckertsau an der Donau besucht, und natürlich auch ihr 21.Geburtstag am 13.Juni zusätzlich mit ihren Großmüttern beim Heurigen gefeiert. Ein Kurzbesuch mit vollen Programm und tollem Wetter, bevor es am 15.Juni wieder für Isabella nach Hamburg zurück geht, wo ihr Freund schon auf sie wartet.

 

Zeitlose Augenblicke in der Steinwandklamm

Es ist vielleicht dem einen oder anderen aufgefallen, aber Fotografieren ist nicht nur unsere Leidenschaft, sondern manchmal auch eine Art Fernglas bzw. Lupe für uns um Schönheit der Natur genauer bzw. bewußter zu betrachten, quasi den Augenblick einfrieren für die Ewigkeit. Bestimmte Motive wie fließende Bäche oder Wasserfälle wirken fast schon zeitlos aus einer anderen Welt wenn man sich und der Kamera Zeit gibt, diese Motive länger zu betrachten bzw. zu belichten. So wie z.B. auch diese hier ersichtlich, unlängst in der Steinwandklamm, in der Nähe von Wien eingefangen. Und diesmal musste keiner frieren wie im Jänner diesen Jahres in einer Klamm in der Nähe mit ähnlicher Motivwahl. In diesem Sinn – stay creativ!

 

Kurztrip nach Cres – Seele baumeln lassen am 45.Breitengrad

Endlich ergibt sich Ende Mai für Christine und Michael die Möglichkeit wieder einmal einen Kurzurlaub in Kroatien am Meer zu machen. Genauer gesagt geht es für ein paar Tage auf die Insel Cres. Am Weg dorthin hören wir über Funk kurz nach der Österreichischen Grenze knapp vor Maribor in Slowenien unsere Freunde vom Expeditionsclub mit denen wir genau vor 4 Jahren eine gemeinsame Ausfahrt auf die Insel machten. Sie hören uns allerdings nicht und werden ihre Ausfahrten im Osten von Slowenien ohne uns machen. Das manchmal mit Kommunikationsdefiziten behaftete hinterher fahren ist allerdings sowieso eher nicht unsere Sache. Die Fahrt nach Kroatien zieht sich und gegen Abend fängt es auch noch stark zu regnen an. Wir kommen letztlich erst knapp vor Mitternacht am Campingplatz in Medveja an.

Am nächsten Morgen werden wir durch eine Gruppe von Motorradfahrern mit ihren ohrenbetäubenden Maschinen geweckt. Statt Frühstück gibt es bei denen allerdings nur jeweils eine Flasche Bier – naja, jedem das seine. Wir werfen nach dem Auschecken erst einmal einen Blick auf die schöne Bucht. Kristallklares Wasser und Sonnenschein. Ja, Mensch hier bin, hier will ich sein. Wir fahren zum nahen Fährhafen nach Brestova. Nach kurzer Wartezeit sind wir bald am Weg nach Porozina auf Cres. Kaum dort angekommen biegen wir nach ca. 10km links auf eine kleine Piste ab und fahren Offroad bis zum kleinen verträumten Ort Beli an der Ostküste. Immer wieder laufen uns dabei Schafe hinterher, da sie uns anscheinend mit dem Schäfer verwechseln. Beli hat einen netten kleinen Strand und einen sehenswerten Altstadtkern. Über die Küstenstraße geht es am Abend nach Cres, der gleichnamigen Hauptstadt der Insel. Dort checken wir am Campingplatz Kovacine ein. Ein Platz unter Olivenbäumen nahe dem Meer mit Blick auf den Sonnenuntergang – Herz was willst du mehr. Die gut 500 km und relativ zeitaufwändige Fahrt hierher zahlt sich aus, soweit sind sich Michael und Christine einig. Das milde frühsommerliche Wetter mit gut 27°C tagsüber und immer noch gut 16°C in der Nacht genießen wir bei ein oder mehr Gläschen guten Weißwein und herrlichen Blick auf den Sternenhimmel.

Am nächsten Tag heißt es den Tag einfach nur genießen und das Auto mal stehen lassen. Wir gehen der Küste entlang in die ca. 2 km entfernte Altstadt von Cres. Wir entdecken dabei auch einige uns bisher nicht bekannte Sehenswürdigkeiten wie ein altes Kloster. Da unser Solaranlage leider ohne Vorankündiging den Geist aufgegeben hat suchen wir einen Ersatzladeregler werden aber leider nicht fündig. Eigentlich haben ja manche Boote ebenfalls Solarpanele aber dann sind diese eher vom nicht allzuweitem Riejka sicherlich bezogen. Macht nichts dann beziehen wir halt den Strom aus der Steckdose für unseren Kühlschrank, ist halt nur dumm gelaufen wenn man gerade im Urlaub auf den günstigen Strom gezählt hat. Wir versüßen uns den Tag mit leckeren Eis und finden auch einen Stand an der Uferpromenade mit frittierten Sardinen und Pommes dazu. Die Bucht wirkt mit ihren türkissfarbenen kristallklarem Wasser einfach nicht von dieser Welt. Wir zögern heute noch mit dem Baden gehen – naja Michael hat ja auch noch immer einen recht zehem Husten. Zum Sundowner stoßen wir mit zwei Gläschen an und lassen den Abend schön ausklingen. Wir schätzen die Zweisamkeit sehr und sind diesmal keinen Gruppenzwang wie vor paar Jahren ausgesetzt.

Nach dem Frühstück checken wir vom Campingplatz aus da wir heute morgen nicht wissen wo uns der Weg am Ende des Tages genau führt – einfach mal treiben lassen ohne genauen Plan ist für uns wichtiger als jeden Punkt im GPS vorher programmiert zu haben. Zunächst einmal fahren wir einen kleinen Weg für ca. 10 km der Küste entlang in Richtung Valun. Immer wieder bleiben wir stehen und genießen den Ausblick auf die schönen Buchten. In der zweiten Hälfte der Strecke wird leider der Weg immer enger, wobei sich Buschwerk unter quietschenden Geräuschen einen Weg durch den Lack unseres Fahrzeuges sucht. Wir nehmen dies allerdings heute sehr gelassen und schlendern dann durch den kleinen verträumten Ort Valun. Christine findet in einem Geschäft ein schönes Sommerkleid und wechselt sofort in das lüftige Gewand. Danach fahren wir ins nahe schön gelegende Steindorf Lubenice. Die Fahrt dorthin ist für Fahrer mit schwachen Nerven allerdings nicht wirklich zu empfehlen. Immer wieder gibt es ungeübte Fahrer die nicht wirklich wissen wie breit ihr Fahrzeug ist und die manchmal die nur gut eineFahrzeugbreite zwischen aufgetürmten Steinwänden einfach in Kanichenstarre wie vor einer Schlange verfallen wenn sie unser Fahrzeug erblicken. Rückwärtsfahren können viele nicht und auf die Seite fahren auch nicht. Aber wir wissen der Weg lohnt sich und so ist es dann für uns heute auch wieder. Wie von einem Adlerhorst blickt man über die Insel und die schönen Buchten rundum. Die Einheimischen dulden wohl den Touristenauflauf größtenteils, wenn speziell zum Sonnenuntergang diese wie Heuschrecken einfallen. Es ist bereits später Nachmittag und weiter in den Süden nach Mali Losinj wollen wir heute nicht mehr. Wir beschließen zurück in Richtung Cres zu fahren und in einer einsamem Bucht zu übernachten. Der steinige Weg zur Küste ist garant für uns das nicht jeder den Weg mit seinem Fahrzeug nehmen kann. Um so erstaunter sind dann als wir in der Bucht zwei Kärtner mit ihren Hunden vorfinden. Wir wagen uns sogar dann noch kurz ins kühle Wasser und schwimmen eine Runde. Die anderen Besucher wandern allerdings dann vor Einbruch der Dunkelheit den Weg wieder zurück und so gehört uns dieser Platz vollkommen alleine. Einzig ein paar Schafe besuchen uns noch im Laufe der Nacht was uns nicht weiter stört.

Am nächsten Morgen fahren wir in den südlichen Teil über Osor weiter ins ca. 50 km entfernte Veli Losinj. Wir entdecken diesmal auch noch eine kleinen idylischen Fischerhafen dahinter. Nach einem kurzem Badestopp in einer fast schon kitschig schönen Bucht schlendern wir durch Mali Losinj. Wir genießen das schöne Wetter und auch das der Massenansturm jetzt in der Vorsaison ausbleibt. Wir müssen leider morgen wieder nach Hause fahren und beschließen unser Nachtlager weiter im Norden nahe der Fähre zu suchen. Wir haben auch schon einen bestimmten Platz von unserer ersten Fahrt abseits von Strassen im Hinterkopf, entschließen uns aber wieder in Cres am Campingplatz zu übernachten. Noch einmal so einen traumhaften Sonnenuntergang am 45.Breitengrad zu erleben – echt genial . Danach schlendern wir in die Altstadt und lichten die venezianisch stark beinflusste Stadt in der blauen Stunde ab.

Heute morgen ist leider soweit. Wir müssen zurück in den Norden. Zu Hause in Wien ist das Wetter auch mittlerweile sommerlich, aber am Meer ist es halt einfach unvergleichlich schön. Noch einmal den Anblick des kristallklaren Wassers inhalieren und dann Leinen los. Die Fährort ist schnell erreicht und nach der Überfahrt ans Festland machen wir nur noch kurz vor Riejka halt, wonach wir nach einigen Stunden Fahrt wieder in Wien eintreffen.

Unser Fazit:

  • trotz relativ langer Anfahrt – in der Vorsaison jederzeit wieder
  • lieber Zweisamkeit als Herdentrieb

Von Hexen, Feuer und grünen Seen

Am 30.April machen Christine und Michael sich auf in das wunderschöne Maria-Zeller Bergland. Dieses ist gut 2h von Wien entfernt und ideal für einen Tagesausflug. Doch wir wollen heute nicht einen der schönen Berge rund um Maria Zell besteigen sondern spazieren gemütlich das Seeufer des Erlaufsees entlang. Die noch leicht schneebedeckte Gemeindealpe die wir vor circa einem Jahr erklommen haben sehen wir uns heute nur von unten an. Wir schlendern stattdessen das Ufer entlang und lassen unsere Blicke entlang des schönen Bergsees schweifen.

Aber wir verweilen nicht zu lange hier, denn unser Ziel für heute ist die Burg Oberkapfenberg, wo heute Abend das Hexenfest passend zur Walburgisnacht stattfindet. Viele sind entsprechend gewandet und mittelalterliche Musik lässt den Abend kurzweilig machen. Nach einer imposanten Feuershow verbringen wir in unserem Zweiraummobil die Nacht am Parkplatz, wie andere in ihren Caravans auch.

Am nächsten morgen geht es zum nicht allzu weit entfernten grünem See. Dieser bietet mittlerweile eine legale Möglichkeit am Stellplatz zu übernachten, was wir nicht wussten. Die Sonne kommt erst sehr langsam aus den Wolken hervor und erst jetzt zeigt der grüne See seine wahre Farbenpracht. In smaragd- bis türkis-farbenen Lichtspielen dürfen wir diesem Naturschauspiel beiwohnen. Selbstredend das dieser Ort mittlerweile auch von zahlreichen chinesischen Touristen besucht wird. Wir blenden einfach die anderen um uns aus und genießen den Augenblick und auch die schöne Bergwelt rundum.

 

 

Wieder zu Ostern in Venedig und doch einiges anders

Ziemlich genau vor zwei Jahren wandelten Michael und Christine auf Marco Polos Spuren. Ausgangspunkt war mehr oder weniger auch Venedig. Fahren die beiden schon wieder los der Seidenstrasse entlang? Nein, (leider) nicht wirklich, und dieses Jahr ist einiges anders, aber erst einmal der Reihe nach …

Am späten Nachmittag des 13.Aprils geht es wie zig tausend andere für Michael und Christine raus der Großstadt Wien. Jeder will anscheinend das lange Osterwochenende woanders verbringen, nur nicht zu Hause. So geht es nach anfänglichen Stau nach ein paar Stunden zur italienischen Grenze wo wir die Nacht am wunderschönen Lago di Fusini, bei Tarviso verbringen.

Am nächsten Morgen des 14.Aprils heißt es nicht trödeln bzw. bummeln, weil wir diesmal nicht alleine nach Venedig reisen. Dazu müssen wir Isabella rechtzeitig vom Flughafen in Venedig zu Mittag abholen, welche aus Hamburg einfliegt, was auch als Punktlandung gelingt. Gemeinsam geht zu unserem Basecamp für die nächsten paar Tage, dem Campingplatz Fusina. Dieser ist zwar etwas außerhalb von Venedig aber mittels Linienboot, dem sogenannten Traghetto, schnell erreichbar ist. Doch heute gilt es den Nachmittag gemeinsam zu genießen. Zeit für Sightseeing ist bleibt für die kommenden drei Tage auch noch, und der erste Blick übers Meer auf die Lagunenstadt ist auch schon mal einstimmend.

Nach einen gutem Frühstück geht es am 15.April zum nahen Linienboot welches uns in knapp 20 Minuten nach Venedig bringt. Wir laufen wie zig tausend andere Touristen auch die typischem Highlights wie Markusplatz, Rialtobrücke, etc. ab. Auch heuer gibt es einen Massenansturm. Zu den mittlerweile gewohntem Bild an zahlreichen Chinesen gesellen sich auch zunehmend mehr Inder hinzu. Der sprunghafte Anstieg an sowieso vielen Touristen an diesem Hotspot erreicht dank bevölkerungsreichen Ländern so ungeahnte Dimensionen. Am Abend beginnt es zu Regnen und wir flüchten uns in ein Cafe bis unser Boot uns wieder zurück zum Campingplatz bringt. Heute Abend schützt uns unser neues Einhängezelt für unsere Markise – eine wahrliche Bereicherung für schlechte Witterung.

Am Morgen des 16.Aprils beschließen wir einige umliegende Inseln wie Burano und Murano zu besichtigen. Die Fahrt dorthin mittels überfüllten Linienbooten zieht sich ein wenig, aber wir die Geduld für die relativ lange Fahrt zahlt sich aus. Burano verwöhnt uns mit dem Anblick von vielen bunten Häuschen. Später in Murano beschleunigt ein kurzer Regenguss und heftiger Wind das Verschwinden der Touristenmassen, was uns eigentlich sehr recht ist. Die Sonne kommt bald wieder heraus, doch Isabella strahlt mindestens doppelt so hell, als sie in einem Geschäft einen grünen Glasgecko entdeckt – genau jenen den sie vor ein paar Jahren in Venedig kaufte, welcher allerdings leider zu Bruch ging. Die Rückfahrt nach Venedig gestaltet sich etwas schwierig, da die Hauptverkehrszeit bereits vorbei ist, und weniger Boote fahren. Spät aber doch kehren wir wieder am Campingplatz ein, und beschließen, da es wieder regnet, im Restaurant Abend zu essen. Beim Auto wieder angekommen müssen wir leider feststellen, dass Wind und Wetter die Beschädigung des Gestänges der Markise zur Folge hatten. Wir bauen diese im strömenden Regen ab und gehen darauf bald erschöpft schlafen.

Am Morgen des 17.Aprils versuchen wir zunächst das Innenzelt von unserer Markise in der wärmenden Sonne etwas zu trocknen bevor wir es verpacken. Wir erwischen gerade noch das Boot um 10 Uhr nach Venedig und steigen dort um in Boot welches uns zum berühmten Lido, einer vorlagerten Badeinsel Venedigs mit kilometerlangem Sandstrand bringt. Zahlreiche Villen zeugen vom Wohlstand einiger, doch uns interessiert heute das Gegenteil. Nicht Prunk und Glamour sondern stumme heruntergekommene Zeugen der Vergangenheit sind unser Ziel heute. Wir machen einen kurzem Strandspaziergang und besuchen später ein verlassenes Krankenhaus. Uns gelingt es nur schwer uns hiervon wieder loszureißen. Zu faszinierend tauchen immer wieder Motive auf. Alte Bücher, Magazine, Datenblätter und Röntgenbilder erzählen Geschichten aus den 70ziger Jahren. Schade eigentlich das es nicht mehr genutzt wird, außer als illegale Herberge für ein paar Flüchtlinge, aber die müssen ja schließlich auch irgendwo hausen. Wir fahren dann zurück nach Venedig was natürlich immer noch überfüllt ist. Wir finden aber immer wieder noch ein paar fast einsame Gassen und schöne Motive. Am Abend am Campingplatz harren wir ohne Schutz des Zeltes draußen aus. Es wird zwar merklich kühler aber bleibt zum Glück trocken.

Am Morgen des 18.Aprils geht es nach dem Auschecken vom Campingplatz zum Flughafen, wo Isabella wieder mit dem Flieger nach Hamburg düst und wir mit dem Auto nach Wien. Ein schöner und abwechslungsreicher Kurztrip, ganz gemäß unser Motto.

Sonne, Mond und Kirschblüten

Es kommt bei uns nicht oft vor das es Anfang April schon frühsommerlich ist. Was liegt da für uns näher uns dort aufzuhalten wo wir uns am liebsten sind – draußen in der Natur.

Gut +25°C treiben uns, Michael und Christine, an die Fahrräder aus dem tristen Kellerabteil zu befreien und dafür zu benutzen für was diese eigentlich gedacht sind. Der für nahe Neusiedlersee wird zum Hotspot unser Wochenendaktivitäten. Neben dem radeln gilt es aber auch eine neue Errungenschaft für unser Fahrzeug zu testen – eine 2m x 2,5m Markise samt einhängbaren Innenzelt. Der Aufbau gelingt überraschend einfach und gibt in den kühleren Abendstunden ein Plus an Wärme bzw. lässt auch Wind oder Regen (falls vorhanden) einfach draußen.

Wir genießen die Sonne, die schon verloren geglaubte Wärme aus Sommertagen und die meist vorherrschende Ruhe. Die Wind- und Kitesurfer erfreuen sich für diesen Sport teilweise aufbrausenden aber essentiellen Wind, was gleich ein guter Test für unser neues Zelt ist.

Ein traumhafter Sonnenuntergang über dem See wird ein paar Stunden später von einem ebenso schönen Monduntergang an der gleichen Stelle im Westen von uns bewundert.

Eher Verwunderung ernten von uns am Sonntag dann beim Check-Out die unverschämt teuer werdenden Preise des Seecamping in Podersdorf (Kopschüttel).

Wir fahren nach Donnerskirchen zum Kirschblütenweg und erblicken selbige Bäume mit wunderschöner weißer Blütenpracht. Hie und da säumen auch vereinzelt auch fast schon kitschig wirkende rosafarbene Pfirsichblüten den Weg.

Den Abschluss des Wochenendes versüßen wir uns noch mit leckerem Eis beim Eissalon.

Ja, Sommer du kannst endlich kommen – wir sind bereit, und das nicht nur nach diesem schönen Wochenende.

Nötigenfalls fahren wir diesem entgegen – wie vor genau 2 Jahren auch ?

Frühlingsboten im Winterpelz

Alle Jahre wieder findet südlich von Wien für uns ein kleines Wunder auf manchen Heiden statt. Wenngleich von vielen sicherlich nicht beachtet, da nicht sensationell, aber dennoch für uns eine willkommene Frühlingsbotschaft. Deuten doch die kleinen pelzigen Blumen in violetter Farbe, auch als Kuhschellen bekannt, darauf hin, dass man endlich selbst seine Winterklamotten abstreifen kann. Ihre Blütezeit währt nur kurz und zeigt auch wie vergänglich manche Dinge sind.

Darum „Carpe Diem“ oder frei übersetzt „Pflücke den Tag“, aber nicht die Blumen!