Endlich Urlaub vor der großen Panamericana Reise

Klingt übetrieben? Na dann lest weiter!

Viele die wir kennen oder denen wir begegnen Schütteln entweder ihr Haupt oder beneiden uns wegen unseres nächsten großen Reiseabenteuer Panamericana.

Die letzten Monate waren allerdings für uns Kurzzeitnomaden, Christine und Michael, allerdings hart. Ja, wirklich sehr hart.

Angefangen hat es wieder einmal mit Idee vor ca. einem Jahr unser Reisefieber zu stillen und nicht nur kurze Auffrischungsimpfungen (sprich Urlaube) zu machen.

Unser Seidenstrasse Abenteuer 2015 liegt mittlerweile schon einige Zeit zurück und wir möchten große Reisen leben und nicht nur träumen davon. Vielmehr für uns ist Leben erst wirklich wenn wir reisen und nicht stereotypisch einem fremdbestimmten Muster folgen – in der Hinsicht sind wir sicherlich abnorm, also nicht der Norm entsprechend – und das ist gut so (zumindest für uns).

Angesichts dessen dass wir letztes Mal schon einige Erfahrung in Vorbereitung und Langzeitreise sammeln konnten sollte dies ja schon bei unserem neuem Projekt hilfreich sein. Aber das es diesmal etwas anders kam das konnten wir noch nicht so abschätzen.

Die Wohnungsauflösung

Der Plan

Unser Plan war eigentlich simpel. Die Wohnung etwas renovieren, unsere Gegenstände wie z.B. bestimmte Kleidung, Möbel und (ganz viele) Reiseandenken in einem Lagerraum einlagern, Nachmieter finden und fertig ist es.

Das Depotlager

Naja, die Wohnungsauflösung ging dann doch zwar alles innerhalb 3 Monate über die Bühne allerdings hatten wir soviel Krempel in den letzten 30 Jahren angesammelt, dass dies nicht so einfach war wie eingangs gedacht. Zum Vergleich in der Zeit wo Michael gerade mal 2 Mülltüten mit „altem Schrott“ schaffte, war Christine nicht ganz so wehmütig und hat 10 Mülltüten mit altem Gewand ausgemustert. Der Rest an Dingen von denen wir uns nicht trennen wollten oder konnten wandert in unzähligen Fahrten in einem Depotlager.

Die Renovierung – Teil 1

Dies war allerdings noch der leichte Teil. Denn danach mussten noch entsprechenden Ausmalarbeiten, Neuverlegung von Lamninatboden und anderen kleinen Ausbesserungsarbeiten, in die mittlerweile in die Jahre gekommene Wohnung vorgenommen werden. Dies war zwar anstrengend aber die Motivation bald alles geschafft zu haben trieb uns an.

Der Nachmieter

Jetzt waren wir endlich bereit und es galt es einen Nachmieter für unsere Mietwohnung zu finden. Michael stellt ein Inserat bei einer Onlineplatform hinein, und keine Minute später läutet das Telefon für mindestens 5 Stunden unaufhörlich. Ja, unsere Wohnung hat eine schöne Lage, schönen Ausblick, ist ruhig, sehr geräumig und noch günstig – verständlich also. Wir haben innerhalb einer Woche über 180 Interessenten. Wenn wir die Telefonummer nicht rausgenommen hätten wahrscheinlich noch mehr. Wir laden uns nur 12 Personen für Termine in einer Woche ein und werden initial gleich am ersten Tag mit einer netten Familie einig. Wir sagen allen anderen ab und machen 2 Tage später alles vertraglich fix. Ungefähr 1 Stunde nach Vertragsabschluss werden wir nochmals von dieser angerufen. Es täte ihnen furchtbar leid aber sie haben unverhofft ein Haus von der Oma überschrieben bekommen. Statt Trübsaal blasen muss Plan B her. Wir kontaktieren nochmals 3 der bereits ausgeladenen Interessenten und werden zum Glück für uns dann schnell einig. Unsere Nerven lagen aber kurz mal blank, da wir nur ein einmaliges Vorschlagsrecht hatten und sonst die ganze Wohnung räumen hätten mussten.

Der Elektrobefund

Nach großer Freude und nach langer Zeit endlich einmal einem erholsamen Wochenende ohne Renovierung kam dann der große Frust über einen völlig unerwarteten „negativen“ Elektrobefund. Nicht das etwas nicht so funktioniert wie es soll – wurde ja von Michael alles fachmännisch nochmal gecheckt. Nein, die Elektroleitungen sind früher unter Putz verlegt worden und das muss vor Wohnungsübergabe behoben werden. Bedeutet das alle Leitungen neu in Rohr verlegt werden müssen und wir in dieser Zeit nicht drin wohnen können. Wir sind fassungslos, fertig, wir können einfach nicht mehr. Aber hängen lassen ist nicht unser Ding und so geht es daran alles schnell zu organisieren und die 2,5 wöchige Stemm- und Verlegearbeit nimmt seinen Verlauf.

Die Renovierung – Teil 2

Wir machen uns ein erstes Bild und sind endgültig völlig am Boden zerstört. Jeder Raum bedarf einer neuerlichen Renovierung. Unser Nachmieter macht sich selbst ein Bild und wir einigen uns darauf die tapezierten Wände abzuspachteln und sein Maler übernimmt das Ausmalen. Klingt einfach aber es war für uns zwei weitere Woche die wahre Tortur mit etlichen Blasen an den Händen und sonstigen Wehwehchen.

Die Wohungsübergabe

Wir haben es tatsächlich geschafft. Nach 3 Monaten sind wir von der Wohnung frei und unser Nachmieter hat das „Vergnügnen“ Dinge so zu gestalten wie er möchte. Wir sind erst mal froh wie zwei Strassenköter unsere Wohnungslose Freiheit zu genießen und campieren in unseren Fahrzeug bis zur Abfahrt.

Kündigen der Arbeit

Auch diesmal bleibt uns nur eines – Arbeit kündigen, denn Freistellung gibt es nicht und ehrlich gesagt wollen wir vielleicht ja gar nicht mehr zurück in diesen Alltagstrott. Bis zu unserem letzten Arbeitstag werden wir aber noch richtig eingespannt. Mit Vorbereitung auf die Reise geht dies nicht wirklich gut zusammen. Kein Spanisch lernen oder Routenplanung etc. Aber wir möchten lieber Dinge abgeschlossen sehen.

Bürokratisches und Sonstiges

Natürlich sind wir noch gemeldet in Österreich aber halt woanders. Dies bedarf einiger Änderung bei Bank, Finanzamt, Versicherungen, etc. Auch neue Pässe benötigen wir. In der letzten Arbeitswoche kommen wir darauf dass uns wichtige Impfungen fehlen wie z.B. Gelbfieber oder andere welche aufgefrischt werden müssen. Ja, und unsere Flüge nach Montevideo waren ja auch noch zum Abstimmen mit der Ankunft unseres Autos in Uruguay.

Verschiffung unseres Autos

Die Argentur Caravan Shippers hat uns gut beraten und wir fixierten den 21.7.2019 für die Verschiffung unseres Autos von Hamburg nach Montevideo. Dies ist kein Fixtermin und Verspätungen oder Änderungen können vorkommen. Aber hey, wir sind ja jetzt flexibel – ein großer Vorteil. Am 17.7. ist es dann soweit. Wir haben alles notwenige im Auto verstaut. Wir treffen Herrn Gomes und unser Fahrzeug wir auf dem Hafengelände geparkt. Unser Cargo Schiff die „Grande Argentina“ ist zwar noch nicht hier, aber es gibt auch ein gewisses Zeitfenster einzuhalten für die Übergabe. Wir verabschieden uns ungern von unserem rollenden Zuhause und hoffen das wir dieses gut ein Monat später wieder unbeschadet in Montevideo in Empfang nehmen können.

Endlich Urlaub

Ja, jetzt kommt der Teil den wohl die wenigsten verstehen. Oft haben wir zum Abschied vor unserer Reise gehört: „Schönen Urlaub!“, „Na wie lang seid ihr denn in den Ferien?“. Wie bei unser letzten großen Reise scheint leider ein falsches Verständnis vorzuliegen was „Reisen“ zumindest nach unserer Definition bedeutet. Unser Körper brauchen Erholung und diese geben wir Ihnen – ist ja langsam auch schon mal Zeit. Schon die Anfahrt nach Hamburg zur Verschiffung und unseren Stopps bei Passau, Saale und Lüneburger Heide waren sehr schön. Aber nach Verschiffung mussten wir quasi als Backpacker schauen wie wir weiter zu schönen Orten kommen. Wir fuhren per Bahn nach St. Peter Ording an der Nordsee. Unbekanntes Terrain für uns und herrlich im doppelten Sinne. Ohne Auto, Zelt, etc. am Campingplatz zu schlafen brachte eine gewisse Vertrautheit zurück, auch wenn jetzt A-typisch dort in kleinem Appartement. WIr gehen fast täglich Halbmarathonstrecken oder fahren zwischen 40-60km mit dem Fahrrad. Wir spüren unser älter werden Knochen – aber das ist gut so – wir merken das wir leben.

Familienbesuche

Wir haben von unserer Tochter Isabellas ihrem Freund die Möglichkeiten seine Ur-Oma beim Geburtstag zu besuchen. Wir nehmen die Einladung nach Kiel dankbar an und genießen darüber hinaus 1 Woche „Oma Inge’s“ Gastfreundschaft. Wir lernen neben schönen Landschaften wie Laboe an der Ostsee auch ihre nette Großfamilie kennen. Ein Umstand der uns völlig unbekannt ist – sowohl „Groß“ als auch „Familie“, aber das ist eine andere Geschichte.

Danach geht’s zu Isabella’s ab in den Ruhrpot der auch schönen Seiten hat. Und die Hauptsache ist man verbringt noch die Zeit mit seinen Liebsten.

Der Abschied

Abschied nehmen ist nicht leicht. Egal ob wir von unseren Müttern und sicherlich schwerer von seinem Kind für lange unbestimmte Zeit. Wir fahren mit Isabella gemeinsam zum Fllughafen Frankfurt und am 8.8.2019 beginnt mit dem Flug nach Montevideo unser Abenteuer „Panamericana“.

Wie geht’s weiter ?

Wir sind bereits in Uruguay. Im nächsten Blog zeigen wir euch bald ein paar Eindrücke von Montevideo mit wertvollen Tipps – also stay tuned und abonniert unseren Newsletter damit ihr nichts verpasst 😉

P.S.: Auf Instagram, Facebook und Twitter gibt es von uns jetzt schon Bilder – auf Youtube hier mittlerweile auch das entsprechende Video in Episode 1 😉

Eure Kurzzeitnomaden

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